Scheuten wir den innern Richter,
Wie der Menschen Hohn und Spott,
Fände wohl nur wenig Sünden
zu vergeben unser Gott.

Autor: Johann Dietrich Lüttringhaus (1814 - 1888), deutscher Pädagoge und Schriftsteller

Du sollst das Gute in dir zum Meister setzen und das Nichtgute zum Jünger.

Autor: Richard Wilhelm (1873 - 1930), deutscher Theologe, Missionar und einer der bedeutendsten deutschsprachigen Sinologen

Der Mensch sorgt sich solange darum, unabhängig zu sein, bis er sich selbst abhängig gemacht hat oder von Jesus Christus befreit wird.

Autor: © Martin Knecht (*1983), Hobbyphilosoph

Zwei Schwestern sah ich heut geschmückt,
Die zum Altare gingen,
Da hört' ich am Granatenbaum
Die spröde Dritte singen.

Sie sang: geplündert steht der Baum,
Die Äpfel sind gefallen,
Doch blieb am Ast, am höchsten Ast
Der süßeste von allen.

Wer pflücken ging, vergaß ihn wohl,
Den Apfel ohnegleichen;
Wer pflücken ging v er g a ß ihn nicht,
Er konnt' ihn nicht erreichen.

Autor: Quelle: Geibel: »Gedichte und Gedenkblätter«, Stuttgart, Cotta'sche Buchhandlung, 1865

Der Mensch ist ein endlicher Teil, der durch des Schöpfers Wille aus der Ewigkeit in die Zeit gerufenen unendlichen Welt, begabt mit derselben ewig schaffenden Lebenskraft, die auch in dieser waltet, dauernd in seiner Wesenheit, sterblich als Individuum.

Autor: © Heinrich Weiß (*1836), deutscher Musiker und Komponist

Auch rechte Politiker können linke Dinger drehen.

Autor: © Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Ich will nicht eher ruhen, bis in mir nichts mehr Wort und Tradition, sondern alles lebendiger Begriff ist.

Autor: John M. Thomé (1843 - 1908), US-amerikanisch-argentinischer Astronom

Ich bin ein Kind meiner Zeit und will es sein;
aber ein Kind meiner Tage will ich nicht sein.

Autor: Quelle: Ebner-Eschenbach: »Gesammelte Schriften«, erster Band: Aphorismen, Parabeln, Märchen und Gedichte, Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, 1893

Krimis sind Tote mit Handlung.

Autor: Quelle: »Die nackte W. Wahrheiten über Wahrheiten«, Engelsdorfer Verlag 2007

Grundgesetz der Erkenntnis

Wie oft ward »Anschauung« und »Begriff«
segelnden Gedanken zum Felsenriff.

Autor: Carl Ludwig Schleich (1859 - 1922), deutscher Arzt, Erfinder der Anästhesie und Schriftsteller

Rost frißt Eisen,
Sorge den Weisen.

Autor: Deutsches Sprichwort

Seitdem ich weiß, daß Brustpulver ein gutes Abführmittel ist, glaube ich auch, daß einer vom Sonnenstich mondsüchtig werden kann.

Autor: Quelle: »Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche«, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg, 1931

Niemand kann das erträumen, was nicht in ihm bereits im Keime eingeschlossen liegt! Man erträumt nur seine eigenen Wirklichkeiten, seine idealen Möglichkeiten!

Autor: Peter Altenberg (1859 - 1919), eigentlich Richard Engländer, österreichischer Schriftsteller

Unheilbar: Gegen Prophylaxe
kann man nicht vorbeugen.

Autor: © Andreas Dunker (*1967), Journalist

Bildung ist nichts als eine Wanderausrüstung.

Autor: Quelle: »Wir Kleindenker – Ein Plädoyer für die Einfalt und Vielfalt des Denkens«, Books on Demand, 2006

Wie viele, die man in den Himmel erhoben hat, sind längst vergessen!

Autor: Quelle: »Selbstbetrachtungen«, übertragen von Wilhelm Capelle, Alfred Körner Verlag, Stuttgart, 1932